Die Multipolare Welt

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Der Westen fürchtet Lula

Lula da Silva ist die vehementeste Stimme für die Interessen des Globalen Südens.

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Stephan Ossenkopp
Feb. 25, 2024
∙ Bezahlt

Nach den Wahlen 2022 war der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva im Westen beliebt. Bundeskanzler Olaf Scholz betonte mehrfach, dass er für Deutschland ein wichtiger strategischer Partner sei. Das hat sich inzwischen geändert. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb vor wenigen Tagen gar, Lula stehe „autoritären Regimen heute näher [...] als westlichen Demokratien“ und positioniere sich „an der Seite von Diktaturen wie Russland, China oder Venezuela“.

Die jüngsten Äußerungen Lulas auf einer Pressekonferenz am Rande des Gipfels der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben das Verhältnis zusätzlich belastet. Lula hatte deutlich gemacht, dass er das militärische Vorgehen Israels gegen die Palästinenser, ein Krieg zwischen einer hochgerüsteten Armee auf der einen und Frauen und Kindern auf der anderen Seite, als Völkermord ansieht. Er zog sogar eine Parallele zum Massenmord an den Juden durch die Nationalsozialisten.

“Aus Brüssel oder Berlin wollten sich die Brasilianer auch nichts mehr sagen lassen.”

Auch wenn dieser konkrete Vergleich für besonders starke Empörung gesorgt hat, ist die Bezeichnung "Völkermord" die Auffassung der Mehrheit der Regierenden weltweit. Dies zeigt sich in der großen Welle der Unterstützung für die Anklage Südafrikas gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof. Sie spiegelt sich aber auch in einer Vielzahl von Abschlusserklärungen von Gipfeltreffen der Länder des Globalen Südens wider. Dabei geht es um weit mehr als einen momentanen Schlagabtausch. Lula ist vielmehr zu einem der vehementesten Verfechter einer neuen internationalen Ordnung geworden. Und zwar eine, die ganz anders aussieht als alles, was der Westen sich vorzustellen vermag.

(Quelle: Screenshot, NZZ)

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